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So leistet man Erste Hilfe bei einem Hund

Ob beim aufregenden Spaziergang im Wald (natürlich angeleint) oder beim Toben im heimischen Garten: Wenn sich der Hund verletzt, ist dieses eine Stresssituation für Tier und Mensch. Tierärztin Dr. Elvi Engelsmann aus dem saarländischen Primstal erklärt im Interview, wie Hundehalter am effektivsten Erste Hilfe leisten.

Frage: Wen alarmiere ich, wenn mein Hund einen Unfall oder andere schlimme gesundheitliche Probleme hat?

Erste Hilfe beim HundDr. Elvi Engelsmann: Ein Notfall, gleich jeder Art, trifft jeden unvorbereitet und erzeugt Stress bei Mensch und Tier. Darum sollte man die Telefonnummer des Haustierarztes z. B. im Handy gespeichert haben. Für den Fall, dass man hier niemanden erreicht, lohnt es sich zudem, die Nummer der nächstgelegenen Tierklinik zu notieren. Wer mit dem Hund in den Urlaub fährt, sollte vorab die Kontaktdaten der ortsansässigen Tierärzte heraussuchen.

Was tue ich, wenn mein Hund sich verschluckt hat?

Engelsmann: Man versucht, den verschluckten Fremdkörper so schnell wie möglich zu entfernen. Durch kräftigen, ruckartigen Druck auf den Brustkorb kann man versuchen, den Fremdkörper durch den Druck der ausgestoßenen Atemluft herauszuschleudern. Gelingt beides nicht, hilft nur der schnellste Weg zum Tierarzt

Wie versorge ich eine Bisswunde oder andere Wunden?

Engelsmann: Jede Wunde muss angemessen versorgt werden. Das bedeutet:

  1. Stillung gefährlicher Blutungen (durch Druckverband oder Tamponade)
  2. Vermeidung weiterer Verschlechterung
  3. Abdeckung der Wundfläche mit Tupfern
  4. Fixierung des Tupfers durch einen Verband
  5. fachgerechte Wundversorgung durch einen Tierarzt

Was gehört in ein Erste-Hilfe-Kit für meinen Hund?

Engelsmann: Die Erste-Hilfe-Tasche für zu Hause oder unterwegs sollte enthalten:

  • Polster- oder Verbandwatte
  • Tupfer oder OP- Kompressen (wenn möglich verblistert)
  • Verbandschere
  • Zeckenzange, Pinzette
  • Spray oder Salbe zur Wunddesinfektion

Wie versorge ich einen Knochenbruch, bis ich beim Tierarzt bin?

Erste Hilfe beim HundEngelsmann: Bei Verdacht auf Knochenbrüche sollte die Frakturstelle so ruhig wie möglich gehalten werden, um eine Verschlimmerung der Verletzung durch die losen Knochenenden zu vermeiden.

Im Bereich der Gliedmaßen bedeutet das: Stabilisierung des Knochens durch einen Schienenverband. Als Notfallschiene kann eine zusammengefaltet Zeitung oder Pappe dienen, eventuell auch ein stabiles Brett. Wichtig ist auch hier die Abdeckung bzw. Polsterung der vermutlichen Frakturstelle. Dann legt man die Schiene an und fixiert sie durch einen Verband.

Vermutet man eine Verletzung der Wirbelsäule, transportiert man den Hund am besten auf einem Brett und in einer stabilen Decke.

Was tue ich, wenn mein Hund durch die Verletzung aggressiv ist und sich von mir angegriffen fühlt?

Engelsmann: Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass man nur solange helfen kann, wie man nicht selbst gebissen wird. Sichern Sie sich und eventuell andere Helfer deshalb durch folgende Vorgehensweise.

  • Den Hund anleinen
  • Den Hund sicher am Kopf halten lassen
  • Falls erforderlich einen Maulkorb anlegen und zusätzlich den Kopf fixieren (lassen)
  • Sollte man ohne Helfer sein, so sollte der Hund möglichst eng an einem festen Gegenstand angebunden werden, um seine Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Was tue ich, wenn mein Hund bewusstlos ist?

Erste Hilfe beim HundEngelsmann: Bei Bewußtlosigkeit müssen vor allem die Vitalfunktionen überprüft werden:

  • Temperatur: 38 bis 39 Grad Celsius
  • Atmung: 20 bis 50 Atemzüge (außer bei Hecheln)
  • Puls: 80 bis 120 / Minute
  • Schleimhäute: leicht feucht, glatt, (blaß-)rosa und ohne blutige oder schleimige Beläge
  • Überprüfung, ob die Atemwege frei sind
  • Transport zum Tierarzt so schnell wie möglich

 

Über Frau Dr. Elvi Engelsmann

Seit 20 Jahren führt Elvi Engelsmann im nördlichen Saarland eine Kleintierpraxis. Ihr Hobby hat sie zu ihrem Beruf gemacht: Als Hundehalterin, die mit ihren Tieren selbst in verschiedenen Hundesportarten aktiv ist, bemüht sie sich nicht nur um die Gesundheit der Tiere. In ihrer Praxis berät sie auch zu Fragen der Anschaffung, der Haltung und der Erziehung der Vierbeiner.

Frau Engelsmann betreibt zudem eine kleine Hobbyzucht mit ihren Hunden und weiß entsprechend um “Züchters Freud und Züchters Leid”, wie sie sagt. “Bis heute bleibt jegliches Zuchtgeschehen von der Planung bis zur Abgabe der Jungtiere für mich ein phantastisches Erlebnis”, erklärt Engelsmann: “Die Unterstützung des Züchters und die Vermeidung von Problemen sind mir ein ganz besonderes Anliegen.”

Die Website ihrer Kleintierpraxis ist unter diesem Link aufrufbar.