Hundehaftpflichtversicherung steuerlich absetzbar?

Ein treuer Vierbeiner ist teuer. Die Kosten für die Hundesteuer, die Hundekrankenversicherung, für Tierarztbehandlungen und natürlich für die Hundehaftpflicht machen schnell einen nennenswerten Betrag aus, den man gerne von der Steuer absetzen möchte. Und tatsächlich gibt es Möglichkeiten, mindestens die Hundehaftpflicht steuerlich geltend zu machen. Dazu sind allerdings einige Voraussetzungen zu erfüllen, die der Hundehalter kennen sollte.

Ohne Steuerpflicht keine Steuerreduzierung

Das wichtigste Kriterium für die Absetzbarkeit der Hundesteuer ist die Steuerpflicht des Hundehalters. Vor allem ältere Menschen in Rente unterliegen nicht zwangsläufig der Steuerpflicht. Wer nämlich nur eine geringe Rente bezieht, die unterhalb des geltenden Freibetrags liegt, wird nicht zur Veranlagung der Steuer herangezogen. Diese Regelung kann bei getrennter Versteuerung für Alleinstehende ebenso gelten wie bei gemeinsamer Veranlagung bei Ehepaaren. Greift für den Rentner keine Steuerpflicht, zahlt er zwar keine Einkommenssteuer, kann aber auch keine Steuererleichterung für seinen Hund in Anspruch nehmen und die Haftpflicht absetzen.

Versicherungskosten sind Sonderausgaben

In der Steuererklärung können Versicherungskosten als Sonderausgaben angesetzt werden. Zu den Sonderausgaben gehören neben Versicherungsbeiträgen noch andere Kosten, und nicht alle Versicherungsbeiträge sind in vollem Umfang von der Steuer absetzbar. Aus steuerlicher Sicht sind Sonderausgaben Kosten, die zwar für die Lebensführung anfallen, die aber vom Gesetzgeber steuerlich begünstigt sind, weil sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen reduzieren. Neben Versicherungsbeiträgen sind auch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Unterhaltszahlungen oder Zahlungen für die Kinderbetreuung sowie Kosten für die eigene Ausbildung als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig.

Diese Versicherungen sind abzugsfähig

Versicherungen, die der Steuerpflichtige von der Steuer absetzen kann, bezeichnet man auch als Vorsorgeaufwendungen. Sie dienen der Absicherung des Steuerpflichtigen vor diversen Risiken des Alltags und somit als Vorsorge vor bestimmten Gefahren, die der Betroffene ohne Absicherung aus eigener Tasche zu zahlen hätte. Neben der Hundehaftpflicht sind weitere Versicherungskosten abzugsfähig. Dazu gehören Beiträge für die Krankenversicherung und die Altersvorsorge, Beiträge für die Privathaftpflicht und die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung sowie für die Berufsunfähigkeitsversicherung oder für eine Direktversicherung.

Vorsorgeaufwendungen sind begrenzt abzugsfähig

Leider sind Versicherungsbeiträge nicht in voller Höhe absetzbar. Zu beachten ist nämlich, dass für Arbeitnehmer und Beamte eine maximal abzugsfähige Grenze von 1.900 Euro und von 2.800 Euro für Selbständige gilt. Unter diese Grenze fallen aber alle Versicherungsaufwendungen. In der Regel dürften vor allem Arbeitnehmer durch ihre Beiträge zur Rentenversicherung weit über dieser Grenze liegen. Auch Selbständige sollten durch ihre Beiträge zur Krankenversicherung schon mehr als 2.800 Euro pro Jahr an Vorsorgeaufwendungen geltend machen können. Aus dieser Höchstgrenze resultiert gleichzeitig, dass nicht alle Versicherungsbeiträge letztlich steuerlich berücksichtigt werden.

Das sollten Hundehalter tun

Damit sichergestellt ist, dass die Hundehaftpflicht wirklich im Rahmen der geltenden Höchstgrenzen steuermindernd geltend gemacht wird, ist es ratsam, die Kosten für die Versicherung in der Steuererklärung anzugeben. Dies geschieht unter den Sonderausgaben bei den Versicherungsbeiträgen für die Haftpflichtversicherung. Das Finanzamt wird dann prüfen, ob eine Abzugsfähigkeit gegeben ist und ob der Hundehalter die Beiträge zur Hundehaftpflicht absetzen kann. Der Steuerpflichtige selbst muss also nichts weiter tun, außer die Beiträge in seiner Steuererklärung anzugeben. Die Prüfung erfolgt dann durch das Finanzamt, das einen Abzug im Rahmen der geltenden Höchstgrenzen vornimmt und dadurch die Steuerlast reduziert.