Hunde im Auto transportieren – das empfiehlt der ADAC

Kaum ein Hund fährt gerne im Auto mit, wenn er angeschnallt ist oder in einer Transportbox Platz nehmen muss. Dennoch ist die Sicherung des Tieres während der Fahrt ungemein wichtig, erklärt Leon Strohmaier, Pressesprecher beim ADAC Berlin / Brandenburg. Im Interview erläutert er, welche Unterschiede es bei der Sicherung von kleinen und großen Hunden gibt und wie man den Hund am besten sichert.

Wo darf der Hund im Auto sitzen? Wieviel Platz braucht mein Hund im Auto?

Hund im Auto

Leon Strohmaier vom ADAC Berlin

Während der Autofahrt ist das freie Herumspringen für den Hund tabu, damit die Konzentration des Fahrers nicht beeinträchtigt wird. Die Sicherung des Tieres ist also ein Muss; das gilt auch für kurze Fahrten. Wenn das Tier im Falle eines Unfalls durch den Innenraum geschleudert wird, gefährdet das seine Gesundheit sowie die der weiteren Insassen. Je nach Sicherungssystem werden Hunde auf der Rückbank, bzw. im dazugehörigen Fußraum oder im Laderaum untergebracht.

 

Gibt es gesetzliche Grundlagen, die den Transport von Hunden regeln?

Es gibt zwar keine direkte Anschnallpflicht für Tiere, allerdings gelten sie rechtlich als Ladung und diese muss nach § 23 (Ladungssicherung) der Straßenverkehrsordnung so gesichert sein, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges nicht beeinträchtigt wird und die Insassen nicht gefährdet werden. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Verwarnungs- oder Bußgeld.

Was empfiehlt der ADAC für den sicheren Transport meines Hundes?

Spezielle – möglichst kurze und stabile – Hundegeschirre, die meist an den Fahrzeuggurten, teilweise aber auch per Isofix an der Rücksitzbank verankert werden, sorgen zwar dafür, dass das Tier nicht durch das Fahrzeug fliegt. Allerdings ist die Verletzungsgefahr für den Vierbeiner recht groß.

Besser haben beim ADAC Crashtest stabile Transportboxen abgeschnitten, die im Fußraum hinter dem Vordersitz platziert wurden. Für die Unterbringung größerer Boxen bietet sich bei Kombi- und Schräghecklimousinen sowie Vans und Geländewagen der Laderaum an. Hier die Box quer zur Fahrtrichtung und direkt an die Lehne der Rücksitzbank stellen, dann verteilen sich die beim Crash auftretenden Kräfte seitlich recht gleichmäßig auf den gesamten Körper des Tieres. Durch ein stabiles Trenngitter werden insbesondere bei schweren Unfällen die Risiken für Passagiere auf der Rücksitzbank noch einmal reduziert.

Generell bieten Transportboxen den Vorteil, dass das Tier den Fahrer nicht stören kann. Allerdings müssen sich die Vierbeiner erst an ihre vorübergehende Unterkunft gewöhnen. Danach fühlen sie sich aber aufgrund des „Höhlen“-Charakters der Boxen meist wohl.
Bei der Auswahl von Produkten rät der ADAC, auf einen Bezug zu Crashtests oder die DIN-Prüfungen zu achten (DIN75410-2 oder ECE R 126).

Zudem gilt für längere Fahrten mit Tier an Bord generell: regelmäßig Zwischenstopps einlegen, Fahren bei großer Hitze meiden, dem Hund regelmäßig Wasser anbieten, ihn nicht dem direkten Zugwind aussetzen und das Tier bei Hitze niemals allein im Auto zurücklassen.

Gibt es Unterschiede bei der Sicherung von großen und kleinen Hunden?

Hund im Auto transportierenDie Hundesicherung im Auto muss an die aktuellen Bedürfnisse des Tieres angepasst werden. Große Hunde (z. B. Schäferhunde oder größer) sollten auf jeden Fall in geeigneten und ausreichend großen Transportboxen auf der Rückbank oder (beim Kombi) im Kofferraum gesichert untergebracht werden. Darüber hinaus bieten sich für größere Hunde Boxen an, welche direkt im Kofferraum eines Kombis fest montiert werden. Je größer das Tier, desto größer ist der Aufwand für die Ladungssicherung.

 

Welche Gefahren gibt es für die Insassen und den Hund, wenn dieser nicht richtig gesichert ist?

ADAC-Tests mit Hunde-Dummies zeigen, welche dramatischen Folgen ein Unfall mit einem ungesichertem Tier haben kann. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h ist der 22 Kilogramm schwere Spielzeughund von der Hutablage ungebremst nach vorne geflogen und mit dem rund 25-fachen seines Eigengewichts zunächst gegen Kopfstütze und Rückenlehne des Fahrersitzes und anschließend gegen die Windschutzscheibe geprallt. Die Wucht entsprach einem Gewicht von über 500 Kilogramm – die Folgen für alle Beteiligten wären bei einem realen Vorfall fatal.

Welches Bußgeld sieht der Gesetzgeber für einen ungesicherten Hund vor?

Wird ein Hund/ein Haustier ungesichert in Pkw transportiert, riskiert der/die Fahrerin ein Bußgeld von 30 Euro. Geht dieser Tatbestand mit einer Gefährdung anderer Straßenverkehrsteilnehmer einher, erfolgt ein Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg. Zudem sind versicherungsrechtliche Probleme möglich.

Hund im Auto transportieren – Aus Sicht der Versicherung

Martin Hacker„Grundsätzlich besteht keine versicherungsrechtliche Grundlage, die das Sichern eines Hundes im Auto vorschreibt“, erklärt Versicherungsexperte Martin Hacker. „Der Hund ist aus Sicht der Versicherung nämlich als Ladung zu betrachten. Sollte es zu einem Unfall kommen und der Hund zum Beispiel durch die Windschutzscheibe stürzt, könnte dem Fahrer jedoch grobe Fahrlässigkeit unterstellt werden.“ Die meisten Tarife decken grobe Fahrlässigkeit allerdings ab, so Hacker. Den Hund richtig zu sichern, empfiehlt sich natürlich trotzdem, um Hund und Insassen bestmöglich zu schützen.

(Beachten Sie auch den Beitrag zu den Hundehaftpflichtversicherung-Leistungen.)

Über den ADAC

Der ADAC Berlin-Brandenburg e.V. ist ein Regionalclub des ADAC e.V., dem größten Verein Deutschlands. Er ist Helfer, Sicherer und Lotse für alle Mobilitätsbedürfnisse. Um diesem Anspruch nachzukommen, beschäftigt der ADAC Berlin-Brandenburg rund 220 Mitarbeiter, die den gut 1,3 Millionen Mitgliedern der Region in den Themen Mobilität, Reise, Versicherungen und Mitgliedschaft zur Seite stehen. Der Club setzt sich zudem für die Verkehrssicherheit, den individuellen Schutz der Verkehrsteilnehmer und die Verkehrserziehung ein.