Hundesteuer und Hundehaftpflicht in Berlin

Berlin ist eines von sechs Bundesländern in denen es Pflicht ist, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, wenn man einen Hund hält. Momentan wird außerdem über die geplante Neufassung des aktuell gültigen Hundegesetzes von Berlin diskutiert. Da Berlin ein Stadtstaat ist, gelten alle Regelungen bezüglich Leinenzwang, Maulkorbpflicht und anderen Vorschriften für ganz Berlin.

Maulkorbpflicht und Leinenzwang in Berlin

Hundesteuer und Hundehaftpflicht in BerlinSchon jetzt gilt in Berlin eine umfassende Leinenpflicht, die nicht viele Ausnahmen kennt. So besteht in öffentlichen Grünanlagen, im Wald und auf Sport- und Zeltplätzen eine Anleinpflicht. Die Leine darf hier maximal 2 Meter lang sein. Mit nur 1 Meter müssen die Berliner Hunde in Treppenhäusern, in öffentlich zugänglichen Gebäuden (wie Bürohäusern, Ladengeschäften und Verwaltungsgebäuden), bei öffentlichen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen, in Fußgängerzonen, auf Bahnhöfen und dem ÖPNV auskommen.

Auf Spielplätzen, in Badeanstalten und an gekennzeichneten öffentlichen Badestellen und Liegewiesen sind Hunde generell verboten. Hierher dürfen sie auch angeleint, nicht mitgenommen werden.

Maulkorbzwang in Berlin

Die Pflicht einen Maulkorb zu tragen, besteht in Berlin nur für die sogenannten „gefährlichen Hunde“. Diese müssen „ab dem siebenten Lebensmonat außerhalb eines eingefriedeten Besitztums stets einen beißsicheren Maulkorb tragen“. Der Maulkorb muss auch in den Hundeauslaufgebieten getragen werden. Hier können sich aber auch die gefährlichen Hunde leinenlos bewegen.

Hundehaftpflichtversicherung in Berlin

In Berlin ist für Hundehalter, der Abschluss einer Hundehaftpflicht vorgeschrieben. Bereits in §1 Halten und Führen von Hunden, Absatz 6 wird diese Vorgabe im Detail aufgeführt:

(6) Für Hunde ist eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sachschäden über eine Mindestdeckungssumme von einer Million Euro je Versicherungsfall abzuschließen.[…]

Da die Kosten für eine Hundehaftpflichtversicherung je nach Tarif und Anbieter stark variieren, lohnt sich ein unabhängiger Hundehaftpflichtversicherung Vergleich.

Kosten einer Hundehaftpflicht

Eine Hundehaftpflichtversicherung kann meist bereits für einen Monatsbeitrag von weniger als 10 Euro abgeschlossen werden. Wird eine Selbstbeteiligung vereinbart, liegt der Monatsbeitrag häufig bei nur 5 bis 7 Euro. Die Kosten für die Versicherung werden auch vom Leistungsumfang und der Höhe der Deckungssummen beeinflusst. Die Hunderasse spielt nicht bei allen Anbietern eine Rolle. Wer sich für einen Listenhund interessiert, sollte sich vorher informieren, welche Anbieter hier Aufschläge verlangen (Hundehaftpflichtversicherungen Vergleich).

Möchten Sie sich einen Hund anschaffen oder haben Sie das Gefühl zu viel für ihre derzeitige Versicherung zu zahlen? Unsere kompetenten Versicherungsmakler beraten Sie gern. Sie erreichen uns unter der Telefonnummer: 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail: kontakt@transparent-beraten.de.

Hunde in Berlin

Neben den Versicherungsbeiträgen für die Haftpflicht müssen Hundebesitzer auch Steuern zahlen. Der Hund muss innerhalb eines Monats nach Kauf oder Geburt bzw. nach dem Umzug nach Berlin beim zuständigen Finanzamt angemeldet werden. Vom Finanzamt erhält der Hund dann eine Hundesteuermarke. Bestimmte Hunde müssen zusätzlich noch beim Ordnungsamt gemeldet werden.

Hundesteuer in Berlin

Die Höhe der Hundesteuer bemisst sich in Berlin ausschließlich an der Anzahl der gehaltenen Hunde.

  • 120 Euro für den ersten Hund
  • 180 Euro für jeden weiteren Hund

Von der Steuer befreit, sind zum Beispiel Blindenführhunde. Weitere Informationen rund um die Hundesteuer in Berlin finden Sie hier.

Gesetz über das Halten und Führen von Hunden in Berlin

Derzeit wird in den Medien häufig über die geplante Neufassung des Hundegesetzes diskutiert. Wenn es nach dem Willen der Zuständigen geht, tritt es noch in diesem Jahr in Kraft. Doch obwohl an dem neuen Hundegesetz bereits seit Jahren gearbeitet wird, hat die SPD-Fraktion Mitte 2016 Änderungsbedarf angemeldet. Ursprünglich sollten nur Hunde ab einer Größe von 30 cm eine Leine tragen müssen. Nun fordert die SPD eine generelle Verpflichtung Hunde anzuleinen. Die Begründung lautet, dass das Agressionspotenzial eines Hundes nichts mit seiner Größe zu tun hat. Die folgende Statistik bestätigt dieses Argument.

Neben der generellen Leinenpflicht, sieht das neue Gesetz vor, dass Hundebesitzer den Kot ihres Vierbeiners „unverzüglich“ entsorgen und dafür geeignete Hilfsmittel bei sich tragen müssen.

Der vieldiskutierte Hundeführerschein (Sachkundeprüfung) ist ebenfalls Teil des Gesetzesentwurfs. Dieser wird nun Pflicht und muss auf eigene Kosten abgelegt werden. Ausgenommen sind Hundehalter, die bereits seit drei Jahren einen Hund besitzen und bei denen es keine Vorfälle gab. Halter von Hunden, die zu den gefährlichen Hunderassen gezählt werden, müssen die Sachkundeprüfung allerdings in jedem Fall ablegen. Die Hunde müssen zusätzlich einen Wesenstest bestehen.

Hunde im Berliner Öffentlichen Personen-Nahverkehr

In Berlin gilt im ÖPNV seit 2010, dass Hunde, die nicht in einer Transportbox mitgenommen werden (können), einen Maulkorb tragen müssen. Des Weiteren müssen Hunde in S- und U-Bahnen, sowie in Bussen und Straßenbahnen und auf Bahnhöfen stets angeleint sein. Zusätzlich müssen die Hundebesitzer eine Fahrkarte für ihren Vierbeiner lösen, wenn er nicht in der Transportbox mitgeführt wird.
Für Blinden- und Begleithunde gilt die Maulkorbpflicht nicht und sie können kostenfrei mitfahren.

Kampfhunde in Berlin

Im „Gesetz über das Halten und Führen von Hunden in Berlin“ steht unter Paragraph 4, welche Hunde in Berlin als gefährlich gelten.

[…] „Hunde, bei denen auf Grund rassespezifischer Merkmale oder Abstammung, der Ausbildung oder des Abrichtens oder auf Grund mangelhafter oder fehlerhafter Haltung und Erziehung von einer über das natürliche Maß hinausgehenden Kampfbereitschaft, Angriffslust, Schärfe oder einer anderen in ihrer Wirkung vergleichbaren, Menschen oder Tiere gefährdenden Eigenschaft auszugehen ist; „[…]

Weiterhin als „gefährliche Hunde gelten:

  • Hunde, die einen Menschen oder ein Tier gebissen haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein.
  • Hunde, die unkontrolliert Wild oder andere Tiere hetzen oder töten
  • Hunde, die wiederholt Menschen gefährdet haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein.

Neben diesen Vorgaben, gibt es noch die sogenannten Listenhunde, die in jedem Fall als gefährlich (Hundetypen) eingestuft werden:

  • Pit-Bull
  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Tosa Inu
  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Mastiff

Wer in Berlin einen Listenhund hält, muss der zuständigen Behörde innerhalb von 8 Wochen nach der Anzeige ein Führungszeugnis, einen Sachkundenachweis und den bestanden Wesenstest vorzeigen. Weitere Informationen rund um Hunde in Berlin und die Rechtsgrundlagen finden Sie auf den Internetseiten der Stadt Berlin.